Donauanlieger e. V.

Brueckenpläne / Westtrasse

 

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Vorab: Die Stadt favorisiert die sog. Westtrasse und stützt sich auf ein Gutachten Wich / Eisenlauer (vom Mai 2010), das u. a. die "Verträglichkeit" mit dem Stadtbild bestätigt. Dazu die zusammenfassende Schlussfolgerung aus der

Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (9. Juli 2010)

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V. Schlussfolgerung:

Aus den genannten Gründen kann das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Schlussfolgerungen des Gutachtens Wich / Eisenlauer nicht nachvollziehen und lehnt die Westtrasse weiterhin entschieden ab.

München, im Mai 2010;

Stand 08.07.2010

Prof. Dr. Egon Johannes Greipl

Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

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Lesen Sie die vollständige Stellungnahme des Bayr. Landesamts für Denkmalpflege zu dem Gutachten der Stadt!

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Trotz der Unwahrscheinlichkeit, dass sich die Stadt gegen das fachliche Anraten der Denkmalschützer stellt, sind im folgenden alle Information zur Westtrasse zusammengestellt:

Diese Trasse soll vom Schopperplatz (im Modell rechts) zur Brunnleite/Holzlände (im Modell links) führen:

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Übersichtliche Schnellinformation durch die Präsentation "Überlegungen zur Westtrasse" (PowerPoint-Programm ist nicht notwendig!):

 

Auswirkungen der techn. Randbedingungen auf die Rampenhöhen und Rampenlängen und somit auf das Stadtbild bei der favorisierten Westtrasse:

Download der Präsentation  Überlegungen zur Westtrasse

Hinweis:
PowerPoint-Programm ist nicht notwendig! / Start mit F5 oder mit "Bild
i"

Schnellübersicht über einige wichtige Folien aus der Präsentation, die auf der Grundlage von Auskünften der Stadt Regensburg (Website), des Planungsamts sowie des Wasserwirtschaftsamts erstellt wurden. Dabei wurde angenommen, dass ein Brückenneubau genauso "filigran" wie die Eiserne Brücke gebaut werden kann.

 

Zitat aus der Beschlussvorlage vom 14.10.2008

 

"4.2.3 Westtrasse: Der Neubau und Ersatz des Eisernen Stegs

Die Trasse überspannt die Donau vom Schopperplatz zur Brunnleite / Holzlände wegen der erforderlichen Rampenlängen nicht ganz rechtwinklig. Die ÖPNV-Verbindung über die neue Brücke nahe der bestehenden Trasse des Eisernen Steges liegt in der vom Arnulfsplatz zur Oberpfalzbrücke/Pfaffensteiner Steg und bietet damit eine entscheidende neue Ergänzungsmöglichkeit im gesamtstädtischen Netz. Mit der Achse Arnulfsplatz/Stadtnorden wird erstmals die Chance eröffnet, ohne Verschlechterung der Anbindung der Altstadt die Donauparallele im Herzen des Welterbebereichs entscheidend vom Busverkehr zu entlasten. Damit könnten dort entscheidende Verbesserungen für die Aufenthaltsqualität und die Erhaltung des Denkmalensembles erreicht werden. Von wesentlicher städtebaulicher Bedeutung ist, dass außerdem die neue Brücke den Eisernen Steg (ca. 150 m stromaufwärts) ersetzt und neben ihrer Funktion für den ÖPNV bedeutende Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer mit sich bringt. Durch den Abbruch des Eisernen Steges lässt sich die beengte Situation an der Einmündung Am Weinmarkt / Weißgerbergraben vor der Oswaldkirche deutlich verbessern. Die Westtrasse stellt hohe Anforderungen an die städtebauliche Integration des neuen Brückenbauwerks, bietet aber zum anderen gute Entwicklungschancen für die westliche Altstadt und ersetzt funktional den Eisernen Steg. Zwischenzeitlich wird dieser Trassenführung nach eingehender Beschäftigung im Rahmen der erfolgten Untersuchungen seitens der ÖV-Betreiber der Vorzug eingeräumt. Hierzu hat sich z.B. aktuell der Aufsichtsrat der Nahverkehrsgesellschaft im Landkreis (GFN) und in der Folge auch der Wirtschaftsausschuss des Kreisrates geäußert. Die Entwicklung des ÖVNetzes mit einer Westtrasse schafft erstmals deutliche Entlassungspotentiale für die Achse Thundorfer-Keplerstraße und eröffnet damit Möglichkeiten zu einem denkmalgerechteren Umgang mit diesem zentralen Bereich des Welterbes."

 

Zitatende.

 

Es  besteht keine Notwendigkeit eines neuen Donauübergangs!

Vor einem Neubau muss man zunächst Alternativen suchen. Man muss intensiv darüber nachdenken, wie die 4 Buslinien, die bisher über die Steinerne Brücke fahren über die vorhandenen Donau-Übergänge geführt/umgeleitet werden können ohne den ÖPNV zu schwächen. Der Wille in dieser Richtung eine Lösung zu finden, ist dafür die Voraussetzung!

 

Die Gelegenheit bleibt ungenutzt, die überbelastete Achse Fischmarkt – Weißgerbergraben - Arnulfsplatz von einem Teil des Busverkehrs freizustellen!

Die Achse Fischmarkt - Arnulfsplatz wird bisher von 7 Bus-Linien bedient. Dadurch wird diese Trasse von insgesamt 816 Bussen pro Tag befahren. Eine Verlagerung eines Teils dieses Verkehrs würde eine spürbare Entlastung für die Anwohner mit sich bringen. Die Linien 4,13 und 17, die bisher über die Steinerne Brücke fahren, bieten sich für eine Verlegung an. Anwohner und Geschäftsleute sind für eine Verbesserung der Situation dankbar.

 

Dieser Brückenneubau ist unsinnig! Begründung:

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      Bei knappen Kassen dürfen keine Millionen von Euro für die „verkehrsärmste Brücke Mitteleuropas“ (Zitat. OB Schaidinger) ausgegeben werden!
(In einer Zeit, in der Schulbücher bezahlt werden müssen, die Fördermittel für Kultur zurückgehen, bei wichtigen öffentlichen Aufgaben gespart werden muss, etc. darf für ein vermeidbares Bauvorhaben dieser Größenordnung kein Geld ausgegeben werden. Dabei spielt es für den Steuerzahler keine Rolle, ob ein Teil der erforderlichen Gelder aus Zuschüssen kommt.)

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      Der geplante Brückenneubau wird eine der schönsten Stadtansichten unwiederbringlich zerstören!
(Die Ansicht von Norden auf die Stadt ist Bestandteil der Identität von Regensburg. Die Pläne von Bahre und Merian sind fest verankert im Bewusstsein aller Buerger. Eine Brücke, die einerseits „schräg“ über die Donau führt und andererseits unförmiger Rampen bedarf, um befahren werden zu können, zeugt nicht von Zukunftsorientierung sondern von Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Stadtbild. Die geplante Einbindung in das historisch gewachsene Straßennetz ist willkürlich und unharmonisch.)

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      Die vorgesehene Verkehrsführung zur und in die Holzländestraße ist unsinnig!
(Die geplante Rampe führt die stadteinwärts fahrenden Busse auf die falsche Seite der Holzländestraße. Dadurch müssen diese Busse die zwei Fahrspuren der Holzländestraße überqueren und außerdem unter einem spitzen Winkel äußerst problematisch abbiegen. Die Aussage in der Beschlussvorlage 2003 ist eindeutig: Um die Verkehrsströme einigermaßen geordnet führen zu können, sind Ampelanlagen erforderlich. Der Rückstauverkehr wird unerträglich werden. Von Aufwertung der Situation im Bereich der Oswaldkirche kann keine Rede sein. Zusätzliche Probleme ergeben sich im Begegnungsverkehr! Die Rampen zwingen Fußgänger und Jogger, die Richtung Herzogspark unterwegs sind auf die Straße.)

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      Die geplante Verkehrsführung am Schopperplatz ist unsinnig!
(Der geplante Rampenbau erschwert massiv die Ausfahrt und die Einfahrt vom Schopperplatz in die Badstraße. Die Auffahrt auf die Rampe kann nur mit einer ca. 8%-igen Steigung erfolgen, um die Zufahrt zu den Stellplätzen am Schopperplatz zu ermöglichen. Die geringen Abstände zu den vorhandenen Wohngebäuden sind unzumutbar  Der Fußweg von der Badstraße zu den Naherholungsflächen wird durch die Überführung der Bustrasse unattraktiver. Eine Verkehrsregelung ist notwendig um Begegnungskonflikte zwischen Busverkehr und Individualverkehr von und zur Badstraße zu vermeiden.)

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      Wir wollen nicht 100 Jahre lang auf eine Mauer entlang der Holzlände schauen, um uns vor Hochwasser zu schützen!
(Die vorgesehene Mauer ragt etwa 1,30 m bis 1,50 m über den bestehenden Hochwasserdamm. Sie würde die Häuser von ihrem natürlichen Bezug, der Donau trennen. Beim folgenschwersten Hochwasser seit Jahrzehnten im Jahre 1988 war die Holzlände die einzige hochwasserfreie donaunahe Straße im Altstadtgebiet. Deshalb halten wir  eine ständige Mauer für verzichtbar. Ausreichend ist ein mobiler Schutz, wie er z. B. unauffällig auf der Südseite von Stadtamhof vorgesehen wurde.)

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Der Brückenneubau verhindert die Gestaltung einer attraktiven Donaupromenade!
(Lange überfällig ist die Gestaltung einer attraktiven Donaupromenade. Die Rampenbauwerke für Fußgänger  und Busse stellen Fremdkörper im bisherigen Straßen- und Gehwegverlauf dar und verhindern eine durchgehende fußläufige Erschließung und Gestaltung auf einheitlichem Niveau. Die vorgesehene Hochwasserschutzmauer verhindert den Sichtkontakt zur Donau.)

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      Fußgänger, insbesondere unsere Kinder sind gefährdet, da der Verkehr direkt (ohne Gehweg) an unseren Häusern vorbeiführt!
(Vor den Häusern Holzländestraße 2, 3, 4, 5, 6 und 7 sowie vor den Häusern Brunnleite 2, 3 und 4 sollen die Gehsteige wegfallen. Wer den viel zu schnellen Verkehr in der Holzländestraße kennt, weiß, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, direkt vom Haus aus auf die Straße zu treten. Durch den Kinderspielplatz an der Hundsumkehr sind in diesem Bereich neben Spaziergängern häufig auch Mütter mit ihren Kindern unterwegs. Im übrigen ist die Holzlände in diesem Bereich zugleich Donau-Radweg. Insbesondere im Sommer stellen die vielen Radler ein zusätzliches Gefährdungspotential dar. Eine Verkehrsplanung, die solche Gefahren für Fußgänger toleriert, ist rundherum abzulehnen!
Die verengte Situation am Schopperplatz erfordert den Wegfall des Gehwegs vor den Häusern Schopperplatz 7 und 9 sowie vor den Häusern Lieblstraße 37 und 39. Fußgänger vom und zum Pfaffensteiner Steg müssen auf dem Fahrweg gehen. Dies stellt nicht nur zur Dultzeit eine Gefährdung des Fußgängerverkehrs dar. Bedenken muss man auch, dass das gesamte Gebiet um den Schopperplatz durch das nahe RT-Bad, die Sportplätze sowie die RT-Halle von Familien und Kindern frequentiert wird. Verschärft wird die Situation durch den, insbesondere in den Sommermonaten regen Radverkehr.)

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     Der Treidelpfad wird auf der Donausüdseite äußerst unattraktiv!
(Der einzige Weg, der direkt an der Donau entlang führt, ist etwa 1,50 m breit und wird stadtseitig von einer etwa 4 m hohen Mauer begrenzt. Der Sichtkontakt zu den Häusern der Altstadt ist nicht möglich. Der enge Pfad wirkt bedrohlich und hat nur weit auseinander liegende „Aufstiegsmöglichkeiten“ zur Holzländestraße. Damit wird in diesem Bereich ein attraktiver donaunaher Fußweg verhindert. Die bestehende Situation wird nicht verbessert!)

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      Denkmalschutz wird mit zweierlei Maß gemessen!
(Die Häuser an der Holzlände stehen entweder unter Ensembleschutz oder sind als Einzel-Denkmäler ausgewiesen. Das bedeutet, dass jeder Umbau, jede Renovierung, die Sanierung von Kaminen selbst der Fassadenanstrich nur mit der Zustimmung des Denkmalamtes durchgeführt werden darf, damit das Denkmal erhalten bleibt und insbesondere das Stadtbild nicht beeinträchtigt wird. Die Besitzer dieser Häuser sehen diese Bestimmungen ein und erfüllen die Auflagen. Desto weniger können sie jetzt verstehen, dass so eine gewaltige Beeinträchtigung des Stadtbildes durch einen Brückenneubau in diesem noch weitgehend authentischen Bereich der Altstadt in Erwägung gezogen wird.)

 

Fazit:

Die Steinerne Brücke ist dauerhaft für den motorisierten Verkehr zu sperren.Die dadurch erforderliche Neutrassierung von 4 Buslinien ist ohne einen Brückenneubau vom Schopperplatz zur Brunnleite durchzuführen. Dadurch vermeidet man einerseits die nachhaltige Störung des historischen Stadtbildes und andererseits wird die unzumutbare Beeinträchtigung der Wohnqualität vieler Menschen unterlassen, bei gleichzeitiger Verbesserung der Verkehrsbelastung in der Achse Fischmarkt – Weißgerbergraben – Arnulfsplatz.

 

In einem Flugblatt sind diese und einige andere Argumente gegen die Westtrasse zusammengefasst.